Gleitsichtbrille nur vom Experten anfertigen lassen | Apollo

 

Gleitsicht: Die Brille für jede Gelegenheit

Sie ist die größte technische Errungenschaft der Augenoptik: die Gleitsichtbrille. Ob in der Nähe, auf mittlere Distanz oder in der Ferne - sie ermöglicht scharfes und damit natürliches Sehen. Die technischen Wunderwerke gibt es in vielen Varianten, sogar als Sportbrille und Kontaktlinse.

Brille aufsetzen, Brille absetzen, andere Brille wieder aufsetzen - für viele, die bereits unter Kurzsichtigkeit oder auch Weitsichtigkeit leiden, beginnt spätestens ab Mitte 40 die Brille-wechsle-Dich-Ära. In der Mitte des Lebens macht sich meist zusätzlich die Alterssichtigkeit bemerkbar. Das Sehen in der Nähe wird zunehmend zum Problem. Da die Augenlinse mehr und mehr verhärtet und auch die Elastizität der Augenmuskeln nachlässt, fällt es der Linse immer schwerer, von der Fernsicht auf die Nahsicht umzuschalten.

 

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Von der Bifokalbrille zur Gleitsichtbrille

Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es für Alterssichtige, die zuvor schon fehlsichtig waren, nur eine Lösung für dieses Seh-Dilemma: Die Bifokalbrille. Deren Gläser waren unverkennbar durch eine harte Linie in zwei Zonen unterteilt. Während das obere Sehfeld der Fernsicht diente, war der untere Bereich für den Nahbereich bestimmt. Der Nachteil: Je nachdem, für welchen Bereich der Brillenträger die Sehhilfe hauptsächlich benötigte, war der eine Bereich immer größer als der andere. Somit war die Sicht auf die eine oder andere Distanz stets sehr eingeschränkt. Ein weiteres Problem: Alle Objekte in mittlerer Entfernung konnte der Träger mit dieser Bifokalbrille nur verschwommen sehen. Der Augenoptiker und Maschinenbauer Bernard Maitenaz, der die Brille seines Vaters spaßeshalber einmal aufgesetzt hatte, fand diesen Zustand nicht akzeptabel. Der französische Ingenieur wollte Alterssichtigen ein natürliches Sehen ermöglichen und entwickelte die ersten Gleitsichtgläser. 1959 ging sein Arbeitgeber, die Firma Essilor, erstmals damit auf den Markt. Mit ihnen konnten Alterssichtige endlich wieder ohne Übergänge in alle Entfernungen blicken und somit ihre täglichen Sehaufgaben locker bewältigen. Und die Gleitsichtbrille bietet einen weiteren ästhetischen Vorteil: sie ist für Außenstehende von einer Einstärkenbrille nicht mehr zu unterscheiden.


Wie funktioniert eine Gleitsichtbrille genau?

Mehr oder weniger dient auch heute noch - wie bei den früheren Bifokalgläsern - der obere Teil für die Fernsicht und der untere Teil für die Nahsicht. Mit dem feinen Unterschied, dass man mit Gleitsichtgläsern auch im Übergangsbereich - zwischen den beiden Korrektionszonen - scharf sehen kann. Denn im Gegensatz zu dem alten Bifokalglas hat ein Gleitsichtglas drei verschiedene Sehbereiche. So kann der Autofahrer nicht nur in der Ferne den Verkehr auf der Straße genau beobachten und in der Nähe die Grafik auf dem Navi erkennen, sondern auch in den Zwischenentfernungen - also beispielsweise die Zahlen auf den Armaturenbett - noch klar sehen. Eine Gleitsichtbrille kommt dem natürlichen Sehen daher am nächsten und sie zählt deshalb nicht von ungefähr zu den größten Errungenschaften der Augenoptik. Kein Wunder, dass sie sich bei Brillenträgern heute großer Beliebtheit erfreut.


Gleitsichtbrille lohnt sich auch bei Alterssichtigkeit

Auch Menschen, die vor dem Einsetzen der Alterssichtigkeit keine Brille benötigt haben, können von einer Brille mit Gleitsichtgläsern enorm profitieren. Zu Anfang, wenn die Altersweitsichtigkeit einsetzt, begnügen sich viele zunächst mit einer einfachen Lesebrille, auch Einstärkenbrille genannt. Stets griffbereit steckt sie am Dekolleté oder baumelt an einer Kette. Doch schon kurze Zeit später, reicht die einfache Lesebrille oftmals nicht mehr aus. Denn der Betreffende kann dank seiner Lesebrille zwar die Schrift in den vor ihm liegenden Unterlagen entziffern, aber weder kann er die Schrift auf dem 70 Zentimeter entfernt stehenden Monitor, noch den Titel auf der etwas entfernt stehenden Akte klar sehen. Die Lösung des Seh-Dilemmas liegt für den Optiker meist glasklar auf der Hand: Eine Brille mit Gleitsichtfunktion muss her. Denn sie bietet gleich mehrere Sehlösungen in nur einem Glas an.


Die Verträglichkeit von Gleitsichtgläsern ist gestiegen

Dank moderner Computertechnologie konnten Brillenglashersteller in den vergangenen Jahren die Qualität des Gleitsichtglases und damit den Sehkomfort erheblich optimieren. Ihr Anliegen war es, für alle Distanzen, also für den Nah- und Fernbereich sowie für die Zwischenentfernungen möglichst große Sehfelder zu entwickeln. Wichtig war ihnen zudem, die Übergänge möglichst so sanft zu gestalten, dass der Träger möglichst wenige Schaukeleffekte beim Blickwechsel spürt.

Die innovativen Glasdesigns können sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen: Neueinsteiger haben heutzutage seltener Probleme mit der gleitenden Sicht und leiden seltener unter Schwindelgefühlen. Mehr als 90 Prozent sind laut Kuratorium für gutes Sehen e.V. (KGS) mit ihrer Gleitsichtbrille sehr zufrieden. Auch die Eingewöhnungszeit ist bei den meisten Trägern recht kurz. 69 Prozent haben sich bereits nach einer Woche an die neue Sicht der Dinge gewöhnt. Der Verein KGS rät deshalb, Gleitsichtgläser anfangs möglichst lange täglich zu tragen. Und um Schaukeleffekte zu vermeiden, beim Treppensteigen möglichst durch das mittlere Sehfeld zu schauen.


Individuelle Gleitsichtgläser für perfektes Sehen in jeder Lage

Vor allem die hochwertigen Gläser bieten einen deutlich verbesserten Sehkomfort, da zum einen die Korrektionsstufen fließend sind, zum anderen das Sehfeld für die Zwischendistanzen größer ist. „Je hochwertiger ein Glas ist, desto schmaler der unscharfe Randbereich und desto größer auch der nutzbare Bereich für den Träger“, lautet die Faustformel des KGS. Damit die Brille allen Ansprüchen gerecht wird, ist es ratsam, sich vom Apollo-Augenoptiker fachgerecht beraten zu lassen. Damit der Augenexperte die Gläser exakt berechnen kann, muss dieser neben dem anatomischen Wert für den Augenabstand viele weitere Zentrier-Werte ermitteln und angeben. Zudem muss er auch die Vorneigung der Brille berücksichtigen. Wichtig ist es auch, dass der Optiker möglichst viele Informationen über die Sehgewohnheiten des Kunden erfährt. Ist dieser beispielsweise ein Head- oder eher ein Eyemover? Welchen Hobbies geht er nach? Arbeitet er viel am PC? Das alles sind wichtige Fragen, um das passende Glas zu finden. Auf Wunsch des Kunden können heute sogar individualisierte Gläser gefertigt werden, die auf die situativen Erfordernisse und Tätigkeiten exakt zugeschnitten sind. „Sie sind quasi Spiegelbilder des jeweiligen Auges, welche die Defizite individuell ausgleichen“, erklärt Kerstin Kruschinski, stellvertretende Geschäftsführerin von KGS. Ob nun Golfspieler, Hobbyflieger oder Radrennfahrer - in vielen Fällen kann es auch sinnvoll sein, eine Sportbrille mit Gleitsichtgläsern auszustatten.


Neu: Kontaktlinsen mit Gleitsichtfunktion

All jene, die eigentlich am liebsten Kontaktlinsen tragen, müssen auf die Gleitsichtfunktion keineswegs verzichten. Seit zehn Jahren gibt es auch multifokale Kontaktlinsen. Die kleinen technischen Wunderwerke gibt es als formstabile, respektive harte und als weiche Linse. Dabei sind die formstabilen ähnlich wie ein Gleitsichtglas aufgebaut, während bei der weichen Linse die Sehbereiche ringförmig angeordnet sind. „Das führt dazu, dass immer gleichzeitig scharfe Bilder für die Ferne und die Nähe entstehen. Für das Gehirn stellt diese Aufgabe eine enorme Herausforderung dar. Es muss erst lernen zu entscheiden, welches Objekt für das Auge gerade in dem jeweiligen Moment relevant ist“, erklärt Lars Wandtke, Pressesprecher und Augenoptiker des Zentralverbandes der Augenoptiker und Optometristen (ZVA). Die Eingewöhnungszeit ist deshalb oft langwieriger als bei einer Gleitsichtbrille. Die Linsen mit Zusatzfunktion sind kostspieliger als herkömmliche Linsen, aber nicht teurer als eine Gleitsichtbrille. Da das Risiko eine Kontaktlinse zu verlieren, jedoch generell größer als bei einer Brille ist, muss man multifokale Linsen tatsächlich wie einen Augapfel hüten.

 

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