Studie: Darum sind die Deutschen Sonnenbrillen-Muffel

Praktisch und schick: Sonnenbrillen sehen nicht nur gut aus, sie schützen vor allem die Augen vor gefährlicher UV-Strahlung. Trotzdem besitzt rund ein Viertel aller Deutschen keinen Sonnenschutz für die Augen. Doch woran liegt das? In welcher Situation tragen sie hingegen Sonnenbrillen? Und: Wer achtet mehr auf seine Augengesundheit – Menschen mit oder ohne Korrektionsbrille?

Das herauszufinden, war das Ziel einer repräsentativen Studie von Apollo, die Deutschlands filialstärkster Optiker beim Meinungsforschungsinstitut YouGov beauftragt hat.
Rund 2.500 Personen wurden dafür in ganz Deutschland befragt – und das sind die spannenden Erkenntnisse…

Die Ergebnisse

Die Apollo-Umfrage zeigt, dass knapp 20 Millionen Deutsche keine Sonnenbrille haben, das ist rund ein Viertel der Bevölkerung. 26 Prozent der Brillenträger und 23 Prozent der Nicht-Brillenträger hierzulande besitzen nicht mal eine Sonnenbrille. Eine besorgniserregende Zahl, denn solch eine Brille ist weit mehr als nur ein modisches Accessoire: Sonnenbrillen bewahren die Augen vor ultravioletten Strahlen, die auf Dauer die Augen schädigen können. Treffen diese Strahlen ungehindert ins Auge, können sie Kopfschmerzen, brennende Augen, Hornhaut- oder Bindehautentzündungen verursachen. Auch Augensonnenbrand („Schneeblindheit“) ist keine Seltenheit. Auf Dauer kann UV-Strahlung sogar die Augenlinse schädigen und Grauen Star oder im schlimmsten Fall die Entstehung von Krebs begünstigen.

Wann die Deutschen Sonnenbrille tragen

Die repräsentative Studie fand heraus, dass selbst die Besitzer einer Sonnenbrille diese viel zu selten tragen und damit sehr leichtfertig mit dem Sonnenlicht umgehen. Dabei sind Brillenträger sogar noch nachlässiger als Nicht-Brillenträger. So setzen nur etwa 32 Prozent der Brillenträger erst eine Sonnenbrille auf, wenn die Sonne sie zu stark blendet. Mit 30 Prozent greifen die Nicht-Brillenträger tendenziell etwas früher zur Sonnenbrille, bereits wenn der Himmel tagsüber wolkenlos ist.

Darum verzichten die Deutschen auf eine Sonnenbrille

Doch warum sind eigentlich ein Viertel der Deutschen Sonnenbrillenmuffel? Die Gründe sind vielfältig: 36 Prozent der Befragten gaben an, dass sie generell keine Sonnenbrille tragen, weitere 23 Prozent nutzen keine Sonnenbrille, weil sie sich nie geblendet fühlen. „Dieses subjektive Gefühl ist objektiv eine Fehleinschätzung“, erklärt Julia Kempe, Augenoptikerin und Sonnenbrillenexpertin bei Apollo. „Das Auge hat zwar einen eingebauten Schutzmechanismus, aber ab einer gewissen Dosis Sonnenlicht sind unsere Augen auf fremde Hilfe in Form einer Sonnenbrille angewiesen. Übrigens ist diese vor allem morgens und abends notwendig, denn dann steht die Sonne tief und blendet die Augen direkt.“ Wer seine Augen häufig ungeschützt der UV-Strahlung aussetzt, riskiert Bindehaut- oder Hornhautentzündungen. Ist die äußere Hornhautschicht erst einmal zerstört, liegen die darunterliegenden Nervenenden frei. Juckende, gerötete oder tränende Augen sind häufige Schäden dieser schmerzhaften und umgangssprachlich „Schneeblindheit“ genannten Augenschädigung. Um Spätfolgen an den Augen vorzubeugen, ist daher ein guter Schutz äußerst wichtig – auch schon für Kinder.

Gute Sonnenbrillen müssen nicht teuer sein

40 Prozent der Brillenträger, die eine Sonnenbrille tragen, besitzen keine in ihrer Sehstärke. Der Hauptgrund dafür ist der Preis: 34 Prozent der Befragten sagen, es sei ihnen zu teuer. 14 Prozent tragen stattdessen Kontaktlinsen in Kombination mit einer herkömmlichen Sonnenbrille und weitere 11 Prozent geben an, keine Brille zu finden, die ihnen passt oder gefällt. Dabei muss ein guter Sonnenschutz nicht teuer sein: „Günstig und qualitativ hochwertig schließen sich keinesfalls aus“, sagt Expertin Julia Kempe. Einstiegsmodelle mit geschliffenen Gläsern in Sehstärke sind bei Apollo bereits ab 20 Euro erhältlich. Hochwertige Gläser sind für Sonnenbrillen ein absolutes Muss. So könnten laut Kempe Kopfschmerzen, Schwindel oder langfristige Schäden vermieden werden. „Wichtiger als der Preis sind andere Faktoren, die man unbedingt beachten sollte. In erster Linie ist das ein 100-prozentiger UV-Schutz“, erläutert Julia Kempe. Übrigens spielt die Farbe der Gläser keine Rolle: Braune, graue oder graugrüne sind jedoch am sichersten, weil sie die Farben der Umwelt am wenigsten verfälschen. Ob die Brillenglasoberflächen zusätzlich bunt verspiegelt sind oder nicht, hat ebenfalls keinen Einfluss auf dem UV-Schutz.

Ferner ist es wichtig, dass die Sonnenbrillengläser für den Straßenverkehr zugelassen sind. „Neben polarisierenden Gläsern zur Kontraststeigerung sowie einer Rückflächenentspiegelung sollten Sonnenbrillen für Autofahrer auf die individuellen Bedürfnisse des Autofahrers angepasst sein“, sagt die Julia Kempe. 21 Prozent der Brillenträger und 20 Prozent der Nicht-Brillenträger der Umfrageteilnehmer gaben an, eine Sonnenbrille hauptsächlich beim Autofahren zu tragen.

Zeit für einen Wechsel

Das Hauptargument für den Kauf einer Sonnenbrille ist der Schutz gegen UV-Strahlung: Für 56 Prozent der Brillenträger und 60 Prozent der Nicht-Brillenträger ist dies der Grund für einen Neuerwerb, gefolgt vom Preis (54 Prozent Brillenträger, 49 Prozent Nicht-Brillenträger) und dem Aussehen mit 52 Prozent. Die Qualität landete hingegen bei beiden Gruppen erst auf Platz 4. Brillenträger kaufen laut Befragung ihre Sonnenbrille am liebsten beim Optiker: 68 Prozent vertrauen den Experten im Fachgeschäft, während es bei den Nicht-Brillenträgern lediglich 38 Prozent sind. Sie greifen stattdessen gerne auch mal im Drogeriemarkt (26 Prozent) oder im Internet (25 Prozent) zu. Dort kaufen nur 14 Prozent der Brillenträger.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass die Mehrheit der Deutschen erst eine neue Sonnenbrille kauft, wenn die alte kaputtgegangen ist (46 Prozent der Brillenträger, 45 Prozent der Nicht-Brillenträger). 25 Prozent der Brillenträger und 18 Prozent der Nicht-Brillenträger kaufen sich alle zwei Jahre eine Brille, insgesamt 20 Prozent einmal im Jahr. Nur 13 Prozent der Brillenträger und 17 Prozent der Nicht-Brillenträger lassen sich zu spontanen Käufen hinreißen. Das zeigt, dass sich die Sonnenbrille für die breite Masse noch nicht als wechselndes Mode-Accessoire etabliert hat. Laut Umfrage geht der Trend aber vor allem bei Nicht-Brillenträgern zum Besitz mehrerer Modelle: Ganze 64 Prozent nennen zwei oder mehr Sonnenbrillen ihr Eigen. Dagegen besitzt mit 54 Prozent die Mehrheit der Brillenträger nur ein Modell. 60 Prozent von ihnen besitzen mindestens ein Modell mit Sehstärke.