Aufbau des menschlichen Auges

Wie ist ein Auge aufgebaut?

Der auch als Augapfel bezeichnete Teil unseres visuellen Systems mit dem wir unsere Umwelt optisch wahrnehmen ist etwa im Durchmesser so groß wie eine 2€ Münze (ca. 24mm Baulänge) und annähernd Kugelförmig. Seheindrücke werden durch viele Bestandteile im Auge gebrochen und über ein komplexes Nervensystem so umgewandelt, dass unser Gehirn diesen Eindruck verarbeiten und für uns als wahrnehmbare Abbildungen "sichtbar" machen können. Die wichtigsten Bestandteile die für diesen Vorgang mitverantwortlich sind, erklären wir mithilfe des nachfolgenden schematischen Querschnitt eines Auges.

Die äußerste Schicht eines jeden Auges bildet die Lederhaut, eine etwa 1mm dickes, stützendes Bindegewebe. Sie geht im vorderen Teil des Auges von weiß in die transparente, etwa 0,5 mm dicke Hornhaut über. Die schwächste Stelle der Lederhaut bildet jene Stelle am hinteren Teil des Auges an der der Sehnerv hindurchtritt. Ausgefüllt ist das Auge mit dem Glaskörper, einer gallertartigen Masse, welche dem Auge seine Spannung gibt und zusammen mit dem Kammerwasser (welches im vorderen Augenabschnitt zu finden ist und den sichtbaren, bunten Teil des Auges die Regenbogenhaut/Iris umschließt) für einen regulierten und notwendigen Augeninnendruck sorgen. Die innerste Schicht vom Auge bildet die Netzhaut. Sie ist ca. 0,3mm dünn und enthält lichtempfindliche Zellen. Da die Netzhaut nicht komplett mit ihrem Untergrund verwachsen ist, ist der eben erwähnte, ausgeglichene Augeninnendruck sehr wichtig um unter anderem die Netzhaut an der richtigen Position zu halten. Ist der Druck zu groß erleidet die Netzhaut vereinfacht gesagt irreparable Quetschungen. Ist der Druck zu niedrig verliert sie den Kontakt zur darunterliegenden Aderhaut, welche die Netzhaut mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Die Folge sind ebenso irreparable Schäden.

Welche Bestandteile im Auge haben den größten Einfluss auf gutes Sehen und wie kann ein Auge "Sehen"?

Natürlich funktioniert das System Auge nur mit allen noch so kleinen Bestanteilen, Häuten und Zellen. Einige davon haben jedoch größere Einflüsse bei der Lichtbrechung und der Umwandlung des Seheindruckes als andere, welche wir hier kurz erläutern.

Die Hornhaut

Das Auge hat im "entspannten Zustand" (beim Blick in die unendliche Ferne) einen Gesamtbrechwert von ca. +59 Dioptrien (dpt) um die optische Wahrnehmung unserer Umwelt an dem Teil im Auge zu bündeln, an dem die Umwandlung in einen Sehreiz entsteht welches unser Hirn in "sichtbare Bilder" verarbeitet. Allein die Hornhaut übernimmt ca. ¾ des Gesamtbrechwerts (ca. +43 dpt) und stellt damit einen sehr wichtigen Bestandteil des Auges zur Lichtbrechung dar.

Die Augenlinse

Die Augenlinse kann ihren Brechwert mithilfe von am Linsenrand angewachsenen Muskeln je nach Anwendung, Beschaffenheit und Alter von ca. +16 dpt (im "entspannten Zustand" beim Blick in die unendliche Ferne) bis ca. +30 dpt (beim Blick in die Nähe) verändern.

Die Regenbogenhaut

Das was uns oft am meisten fasziniert wenn man einem Menschen in die Augen schaut, ist die bunte Regenbogenhaut – auch Iris genannt. Ihre Hauptfunktion ist es die ins Auge einfallende Lichtmenge zu regulieren.

Der Glaskörper

Obwohl der Glaskörper von der Masse her gesehen den größten Bestandteil des Auges ausmacht, hat er so gut wie keinen Einfluss auf die Lichtbrechung im Auge. Seine Hauptaufgabe besteht darin das Auge auszufüllen und zusammen mit dem Kammerwasser im vorderen Teil des Auges – welches die Regenbogenhaut/Iris umschließt – für einen bestimmten Augeninnendruck zu sorgen.

Die stärkste Strahlenbrechung im Auge erfolgt somit durch die Hornhaut in Zusammenwirkung mit der Augenlinse und ist der erste Schritt zum "Sehen".

Die Netzhaut

Der Seheindruck wird vom vorderen Teil des Auges in den hinteren Teil per Lichtbrechung gelenkt, bis er auf die Bildfläche – der Netzhaut – trifft. Hier findet nun die Umwandlung in Nervenimpulse und die Weiterleitung dieser statt. Verantwortlich dafür sind die lichtempfindlichen Zellen von Zapfen (verantwortlich für das Farbsehen) und Stäbchen (verantwortlich für das Erkennen von Hell-Dunkel-Kontrasten) sowie weitere Schichten von Nervenzellen.

Die Netzhautgrube

Der zentrale Punkt der Netzhaut mit der höchsten Dichte an Zellen und somit mit der höchsten Auflösung – wie man sie etwa beim Lesen benötigt – bildet die Netzhautgrube.

Der Sehnerv

Haben die Schichten von Nervenzellen der Netzhaut nun den Seheindruck in einen Nervenimpuls umgewandelt wird dieser an die Nervenfasern und von dort an Hirnregionen weitergegeben. Da wo die Nervenfasern gebündelt im Sehnerv das Auge verlassen, befinden sich keine Lichtrezeptoren. Somit können an dieser Stelle keine Seheindrücke verarbeitet werden und bezeichnet man daher auch als "blinder Fleck". Damit der "blinde Fleck" auch bei einäugigem Sehen nicht wahrgenommen wird behilft sich das visuelle System dem "Ergänzungseffekt". Vereinfacht gesagt wird das Bild an dieser Stelle mithilfe der umliegend gesammelten Informationen ergänzt.

Zusammenfassend wird also der vom vorderen Augenteil in den hinteren Augenteil gebrochene Seheindruck mithilfe der komplex aufgebauten Netzhaut "eingefangen", in Nervenimpulse umgewandelt und mithilfe des Sehnervs an das Gehirn zur Erstellung von "sichtbaren Bildern" weitergeleitet. Das Auge "sieht".