Gleitsichtbrille – was ist das eigentlich?

    Diese Situation kennen viele ab 40 Jahren: Sie sitzen bei dämmriger Beleuchtung in einem Restaurant und haben Schwierigkeiten, den kleinen Text auf der Speisekarte zu lesen. So sehr man es auch verdrängen möchte, ist dies ein Indiz für die sogenannte Alterssichtigkeit. Die gute Nachricht: Damit sind Sie nicht alleine. Presbyopie – so der Fachausdruck für dieses ungeliebte Phänomen – trifft praktisch jeden Menschen zwischen 35 und 50 Jahren.

    Bei Brillenträgern kann man in der Anfangsphase der Presbyopie beobachten, dass sie ihre Brille abnehmen, nach oben schieben oder ihre Arme weit ausstrecken, um kleinere Texte mit bloßem Auge leichter lesen zu können. Das ist eine kurzfristige Lösung, auf Dauer aber doch recht anstrengend. Für Brillenträger ist allerdings das Abwechseln zwischen der bisherigen Brille für die Fernsicht und einer Lesebrille noch unpraktischer. Jemand, der bisher keinerlei Sehhilfen benötigt hat, greift in so einem Fall zu einer Lesebrille, aber auch die ist nicht immer gleich zur Hand.

    Genau hier kommt die Gleitsichtbrille ins Spiel: Die Gläser dieser Brille sehen völlig normal aus. Sie sind jedoch in drei verschiedene Sehzonen eingeteilt, die fließend ineinander übergehen.

    Die Erfindung der Gleitsichtbrille

    Der französische Ingenieur Bernard Maitenaz erfand die speziellen Brillengläser der Gleitsichtbrille in den 1950er Jahren für den Glashersteller Essilor. Dieser brachte schließlich 1959 die erste Gleitsichtbrille auf den Markt.

    Den Vorgänger der Gleitsichtbrille, die Bifokalbrille, gibt es übrigens schon seit 1909. Das Patent wurde zwar von den Orford Lane Glass Works in den USA angemeldet, aber als Erfinder gilt Benjamin Franklin, der sich bereits 1770 eine ähnliche Brille anfertigen ließ, weil ihn der ständige Brillenwechsel ärgerte.

    Brauche ich eine Gleitsichtbrille?

    Wenn Sie bisher eine Brille für gute Fernsicht getragen haben, weil Sie kurzsichtig oder weitsichtig sind und jetzt feststellen, dass das Lesen Probleme bereitet, dann ist eine Mehrstärkenbrille genau richtig für Sie. Die Gläser einer Gleitsichtbrille gleichen beide Augenprobleme aus: die bisherige Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit und die neu dazu gekommene Alterssichtigkeit. Und auch wenn bislang keine Fehlsichtigkeit vorlag, kann eine Gleitsichtbrille die Lebensqualität bei Alterssichtigkeit erhöhen: Da man diese immer trägt, ist sie immer da, wenn man sie braucht – im Gegensatz zur Lesebrille, die man oft erst mühsam suchen muss.

    Der Vorteil, wenn Sie in diesem Fall möglichst früh mit einer Gleitsichtbrille anfangen, ist, dass die Eingewöhnung sehr leicht fällt. Wenn die Dioptrie-Zahl der Alterssichtigkeit noch nicht hoch ist, haben die einzelnen Sichtfelder im Glas der Gleitsichtbrille noch mehr Platz, um ineinander überzugehen – das liegt daran, dass der Stärkenunterschied zwischen Ferne und Nähe noch nicht so groß ist. So fällt es Ihren Augen leicht, sich an diese neue Art des Sehens zu gewöhnen.

    Vor- und Nachteile einer Gleitsichtbrille

    Vorteile einer Gleitsichtbrille

    • Gleicht Hornhautverkrümmungen, Weitsichtig- und Kurzsichtigkeit aus
    • Kein Wechsel zwischen zwei Brillen nötig
    • Scharfes Sehen in jeder Entfernung
    • Auch für stark Kurzsichtige und Menschen mit Augenerkrankungen sinnvoll
    • Mit entsprechendem Gestell auch beim Sport nutzbar
    • Ästhetischer als andere Mehrstärkenbrillen

    Nachteile einer Gleitsichtbrille

    • Schmaleres Sichtfeld als bei Einstärkenbrillen
    • Mögliche Eingewöhnungsphase, um das Sehen mit Gleitsichtbrille zu trainieren
    • Augen- und Kopfbewegungen nötig
    • Spezialbrillen bei Bildschirmarbeit, Autofahrt und Co. empfehlenswert
    • Teurer als Einstärkenbrillen

    Faktor Qualität

    Der höhere Preis einer Gleitsichtbrille relativiert sich in der Regel durch das Einsparen der zweiten Einstärkenbrille. Innerhalb der angebotenen Gleitsichtbrillen gibt es allerdings auch Qualitätsunterschiede bei Verarbeitungsart und verwendeten Materialien.

    Um optimalen Sehkomfort zu erhalten, empfehlen wir Ihnen die Anpassung einer Gleitsichtbrille bei Ihrem Apollo Fachoptiker.

    • Hier werden Gläser und Gestell individuell angepasst
    • Die Brille professionell eingestellt
    • Und so eine hohe Qualität sichergestellt

    Fällt es auf, wenn ich eine Gleitsichtbrille trage?

    Vom Prinzip sind Gleitsichtgläser, um gleichzeitig Kurz- oder Weitsichtigkeit und Alterssichtigkeit auszugleichen, etwas dicker. Doch die Gleichung Gleitsicht = dickes Glas gehört der Vergangenheit an. Moderne Verfahren ermöglichen es, die Dicke von Gleitsichtgläsern zu optimieren. Apollos Optimade-Methode etwa: Die von Apollo entwickelte Technologie macht Gleitsichtbrillen zu persönlichen Maßanfertigungen. Alle individuellen Faktoren von Sehstärke über Zentrierung bis zu Glasmaterial und Glasdesign sowie die Fassungsmaße gehen in die Berechnung mit ein. Zudem werden die Gläser hinsichtlich Durchmesser, Mitten- und Randdicke optimiert. So entstehen bei Apollo Gleitsichtbrillen, die ästhetisch sind und höchsten Tragekomfort bieten. Gleitsichtbrillen werden durch das Optimade-Verfahren dünner, stabiler und ausgewogener.

    Das Optimade-Verfahren ist ein kostenloser Service, den es nur bei Apollo gibt.

    Kunden mit Gleitsichtbrille berichten über ihre Erfahrungen

    100% Sehen – 100% besseres Lebensgefühl!

    Endlich eine Brille für nah UND fern!

    Die Eingewöhnung ging superschnell!

    Eingewöhnungsprobleme und wie Sie sie lösen

    Auch wenn die neue Gleitsichtbrille perfekt angepasst wurde, kann es vorkommen, dass die Anfangszeit noch nicht gleich reibungslos funktioniert. Zu den möglichen Beschwerden während der Eingewöhnungsphase gehören Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, sowie Schulter- und Nackenschmerzen. Die Devise lautet: nicht aufgeben! Ihr Gehirn braucht einige Zeit, um sich auf das veränderte Sehen einzustellen. Bei minimaler Altersweitsicht geht dies oft binnen Stunden, bei höheren Werten wird manchmal eine längere Eingewöhnungszeit benötigt.

    Kopfschmerzen und Schwindelgefühl

    Diese Beschwerden verebben mit der Zeit von alleine, seien Sie zuversichtlich. Die Augen sind mit dem Gleichgewichtssinn verbunden und dieser ist durch die neue Art zu sehen zunächst verwirrt. Seien Sie anfangs bei einigen Aktivitäten besonders vorsichtig: Treppen werden beispielsweise durch die Nahsicht im unteren Bereich verschwommen aussehen und Abstände können nicht mehr richtig eingeschätzt werden. Beim Autofahren stellt der Außenspiegel Gleitsichtbrillenträger vor eine neue Herausforderung, da die nötige Kopfbewegung erst trainiert werden muss. Es gibt spezielle Autofahrer-Gleitsichtbrillen, bei denen die Übergangszone zwischen den drei Sichtbereichen sehr klein gehalten ist und somit der Fernblick optimiert wird. Auch beim Fahrradfahren kann eine Gleitsichtbrille zunächst Abstände verzerren und Bereiche unscharf wirken lassen. Nutzen Sie Ihre neue Gleitsichtbrille anfangs nur zu Hause im Sitzen, damit sich Ihr Gehirn eingewöhnen kann.

    Schulter- und Nackenschmerzen

    Schmerzhafte Verspannungen treten durch die ungewohnten Kopfbewegungen beim Wechseln zwischen den Sehbereichen auf. Besonders bei der Arbeit am Bildschirm gibt es spezielle PC- und Raumbrillen, die hierfür besser geeignet sind als Standardmodelle, allerdings keinen Fernsichtbereich besitzen. Der obere Sichtbereich ist für 1,5 m bis 80 cm Sehschärfe optimiert, was einem normalen Abstand von Augen zu Bildschirm entspricht, und der untere Teil für 30 bis 45 cm, was dem Sichtabstand zur Tastatur entspricht. Führen Sie während der Gewöhnungsphase immer wieder Lockerungsübungen durch, um Verspannungen vorzubeugen.

    Nach einem Monat

    Spätestens nach einem Monat sollten Ihre Eingewöhnungsprobleme behoben oder zumindest auf dem Weg dorthin sein. Sollte dies nicht der Fall sein, ist Ihre Brille höchstwahrscheinlich nicht korrekt geschliffen. Das ist selten, kann aber in Ausnahmefällen passieren und sollte korrigiert werden.

    Alternativen zur Gleitsichtbrille

    Wer anstatt einer Gleitsichtbrille lieber eine Alternative wählen möchte, für den gibt es verschiedene Möglichkeiten, von modernen Gleitsichtkontaktlinsen über einfache Mehrstärkenbrillen bis hin zur Operation.

    Bifokal- oder Trifokalbrille

    Bei beiden Brillenformen sind die Übergänge der Korrekturbereiche hart getrennt, was Zwischenbereiche unscharf macht und von außen für andere erkennbar ist. Diese Gläser werden vorwiegend älteren Menschen angeboten, die sich durch altersbedingt nachlassende Motorik und langsamere Reaktionsfähigkeit nur schwierig an eine Gleitsichtbrille gewöhnen können.

    Sonnenbrillen mit Gleitsicht

    Grundsätzlich sollten Augen immer vor Sonnenlicht geschützt werden. Besonders bei lichtempfindlichen Augen empfiehlt sich daher eine Sonnenbrille mit Gleitsichtgläsern – neben selbsttönenden Gleitsichtgläsern gibt es für Gleitsicht-Sonnenbrillen auch UV-Schutz-Gläser wie bei Einstärkengläsern.

    Diese Gläser gibt es in vielen Farben und verspiegelt. So können Sie eine trendige Marken-Sonnenbrillen in eine Gleitsicht-Sonnenbrille umfunktionieren, ohne dass von außen ein Unterschied erkennbar ist.

    Noch Fragen? Kommen Sie unverbindlich vorbei.

    Kein geschriebener Text ersetzt die persönliche Beratung durch einen Fachmann. Sie können gerne jederzeit in einer Apollo-Filiale in Ihrer Nähe vorbeikommen und Ihre Fragen zu Gleitsichtbrillen stellen.

    Oder Sie buchen online einen Termin zum kostenlosen Sehtest Pro mit Brillen-Beratung.

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