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Kurzsichtigkeit (Myopie): Anzeichen und Behandlung

Mehr als jeder vierte Deutsche ist laut Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) kurzsichtig. Tendenz steigend. Die Betroffenen sehen weit entfernte Gegenstände unscharf. Wie es dazu kommt und was hilft, erfahren Sie hier.

Kurzsichtigkeit – kurz zusammengefasst

Kurzsichtigkeit (Myopie) ist ein angeborener oder erworbener Sehfehler des Auges. Kurzsichtige erkennen nahe Objekte oder Personen problemlos, sehen aber entfernte Gegenstände undeutlich und verschwommen. Das liegt daran, dass der Augapfel zu lang ist, die Brechkraft des Auges zu groß ist oder beides. Die Folge: Die einfallenden Lichtstrahlen werden nicht auf der Netzhaut gebündelt, sondern davor. Es entsteht ein unscharfes Bild. Die Fehlsichtigkeit lässt sich mit einem Sehtest ermitteln und in der Regel mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren.

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Was ist Kurzsichtigkeit (Myopie)?

Kurzsichtigkeit ist neben Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung eine der häufigsten Fehlsichtigkeiten: Kurzsichtige sehen auf kurze Distanz scharf, aber in der Ferne verschwommen. Der Grund dafür: Die Lichtstrahlen vereinigen sich schon vor der Netzhaut, weit entfernte Objekte werden nicht scharf abgebildet. Die Stärke der Kurzsichtigkeit wird in Dioptrien mit vorgestelltem Minus angegeben. Meist entwickelt sich die Sehschwäche in jungen Jahren und nimmt ab dem Alter von 25 Jahren nicht weiter zu. Schreitet sie dennoch fort, werden häufig Werte von -6 bis zu -10 Dioptrien erreicht. Der medizinische Fachbegriff für Kurzsichtigkeit lautet Myopie und stammt aus dem Griechischen. Er ist abgeleitet von dem Blinzelgesicht – im Griechischen Myops –, das Kurzsichtige beim Zusammenkneifen der Augen machen, um in der Ferne besser zu sehen.

Symptome: So zeigt sich eine Kurzsichtigkeit

Betroffene sehen auf kurze Distanz gut, aber in der Ferne verschwommen. Tätigkeiten wie Lesen oder Bildschirmarbeit sind daher meist nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil: In der Nähe sehen Kurzsichtige sogar oft besonders scharf.

Diese Symptome können auf eine Kurzsichtigkeit hinweisen:

• Je weiter ein Gegenstand entfernt ist, desto unschärfer erscheint er.

• Straßenschilder, Hausnummern oder Reklametafeln lassen sich nur schwer entziffern.

• Personen und Gesichter erkennt man spät.

• Häufiges Zusammenkneifen der Augen, um in der Ferne schärfer zu sehen

• Müde, überanstrengte Augen

• Kopfschmerzen oder Schwindel – insbesondere nach Tätigkeiten wie Autofahren, bei denen eine scharfe Fernsicht nötig ist.

• Nahes Herangehen an Objekte, zum Beispiel an den Fernseher

• In der Schule, der Universität oder am Arbeitsplatz fällt es schwer, Buchstaben an der Tafel oder projizierte Präsentationen zu lesen.

• Details wie einzelne Blätter an den Bäumen erkennt man schlecht.

Treten eine oder mehrere dieser Beschwerden bei Ihnen auf, sollten Sie Ihre Augen von einem Augenarzt oder Optiker überprüfen lassen.

Kurzsichtigkeit im Video kurz erklärt

Das passiert bei der Myopie im Auge.

Ursachen von Kurzsichtigkeit: Warum wird das Auge kurzsichtig?

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Der Augapfel ist zu lang. (Achsenmyopie)

Bei einem normalen Auge werden beim Blick in die Ferne die parallel ankommenden Lichtstrahlen exakt auf der Netzhaut gebündelt und gebrochen, sodass ein scharfes Bild entsteht. Beim Kurzsichtigen vereinigen sich die Lichtstrahlen hingegen schon vor der Netzhaut.

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Die Brechkraft des Auges ist zu groß. (Brechungsmyopie)

Manchmal trifft auch beides zu. Das Ergebnis ist stets dasselbe: Die einfallenden Lichtstrahlen werden nicht auf der Netzhaut gebündelt, sondern davor. Es entsteht ein unscharfes Bild. Oft wird Kurzsichtigkeit vererbt: Haben beide Elternteile die Sehschwäche, sind auch ihre Kinder mit 60 Prozent Wahrscheinlichkeit kurzsichtig. Zudem spielt das tägliche Verhalten eine Rolle: Häufiges Lesen nah am Buch oder Smartphone beispielsweise begünstigt die Entwicklung einer Myopie. Insbesondere in der Kindheit, wenn die Augen noch wachsen, gilt: Je häufiger man Tätigkeiten direkt vor der Nase ausführt, desto größer ist das Risiko, dass sich die Augen daran anpassen und kurzsichtig werden.

So wird eine Kurzsichtigkeit vom Augenoptiker oder Augenarzt festgestellt

Ob man kurzsichtig ist und wie stark die Myopie ausgeprägt ist, kann ein Augenarzt oder ein Optiker mithilfe eines Sehtests in wenigen Minuten ermitteln. Um zu überprüfen, wie gut die Augen in die Ferne (Fernvisus) und in die Nähe (Nahvisus) schauen können, muss man unterschiedlich große Buchstaben oder Zeichen erkennen – erst mit dem linken, dann mit dem rechten Auge. Liegt tatsächlich eine Fehlsichtigkeit vor, berät der Optiker oder die Optikerin zu den verschiedenen Sehhilfen und empfiehlt anhand der Sehwerte und persönlichen Bedürfnisse eine individuell passende Brille oder Kontaktlinsen.

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Behandlung: Das hilft bei Kurzsichtigkeit

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Brille tragen

Am einfachsten lässt sich eine Myopie mit einer Brille ausgleichen. Ihre Zerstreuungslinsen, auch Minusgläser genannt, verschieben den Punkt, an dem ferne Objekte scharf abgebildet werden so, dass er auf der Netzhaut liegt. Der Klassiker bei Kurzsichtigkeit ist die Einstärkenbrille. In ihre Gläser ist lediglich eine Dioptrienstärke eingeschliffen. Gesetzlich Versicherten mit mehr als -6 Dioptrien bezahlt die Krankenkasse einen Teil der Brillenkosten.

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Kontaktlinsen nutzen

Ebenso eignen sich Kontaktlinsen optimal für die Korrektur einer Myopie. Auch sie verschieben den Punkt, an dem ferne Objekte scharf abgebildet werden, auf die Netzhaut. Kurzsichtige können Tages-, Wochen-, Monats- und Jahreslinsen verwenden, um wieder vollen Durchblick in jeder Situation zu genießen.

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Operation bei hochgradiger Kurzsichtigkeit

Schreitet die Kurzsichtigkeit stark voran, kann bei sehr hohen Dioptrienwerten medizinisch auch eine Augenoperation notwendig sein, um die Sehschwäche zu korrigieren. Dabei setzt der Augenarzt eine Kunstlinse vor die eigene Linse im Auge ein, damit das Licht wieder richtig auf der Netzhaut gebündelt wird.

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Regelmäßiger Augen-Check

Menschen mit Myopie sollten ihre Augen regelmäßig beim Augenarzt oder Optiker überprüfen lassen, mindestens alle zwei Jahre. So behält man die Sehkraft im Blick und stellt rechtzeitig fest, ob sich die Fehlsichtigkeit verschlechtert. Stark Kurzsichtige sollten die Augen sogar jährlich checken lassen. Ab Stärken von -6 Dioptrien steigt nämlich das Risiko für Netzhautablösungen, Grauen Star und Grünen Star.

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Augentraining? Ein Mythos!

Gut zu wissen: Mit Augentraining kann man eine Kurzsichtigkeit nicht verbessern. Die Augenmuskeln sind ohnehin ständig in Aktion. Bewusstes Training zur Stärkung dieser Muskeln ist daher unnötig und ändert an einer Fehlsichtigkeit nichts. Bestimmte Übungen wie Augen-Yoga können aber die Augen entlasten, etwa wenn man lange am Computer arbeitet.

Kurzsichtigkeit bei Kindern

Kurzsichtigkeit beginnt meist zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr. Eltern können die sogenannte „Schulmyopie“, meist leicht feststellen, indem sie das Alltagsverhalten ihres Kindes beobachten: Sitzt es so dicht vor dem Fernseher, dass ein Normalsichtiger gar nichts mehr erkennen würde? Oder berührt seine Nase beim Lesen fast schon das Buch? Ändert es sein Verhalten auch dann nicht, wenn es darauf hingewiesen worden ist? Dann ist es ratsam, einen Sehtest machen zu lassen. So lässt sich eine Sehschwäche frühzeitig erkennen – das ist wichtig für die optimale geistige und körperliche Entwicklung des Kindes. Außerdem sollten Eltern ihre Kinder möglichst viel draußen spielen lassen. Denn Studien zeigen, dass Kinder seltener kurzsichtig werden, je länger sie sich pro Tag im Freien aufhalten – also weg von Computer, Handy und Co.

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