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Nachtblindheit: schlechte Sicht im Dunkeln

In der Dämmerung und nachts haben viele Menschen Probleme, gut und beschwerdefrei zu sehen. Umgangssprachlich bezeichnen sich viele dann als nachtblind. Echte Nachtblindheit ist aber nur eine der möglichen Ursachen, wenn man im Dunkeln kaum noch etwas erkennt.

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Nachtblindheit und andere Störungen des Dämmerungs-und Nachtsehens: Welche gibt es?

In der Netzhaut der Augen sorgen zwei verschiedenen Zelltypen dafür, dass wir tagsüber in Farbe sehen und uns selbst nachts gut orientieren können: Die Zapfenzellensind für das Farbsehen zuständig und vor allem tagsüber aktiv. Die Stäbchenzellenermöglichen das Hell-Dunkel-Sehen und arbeiten vor allem nachts. Nimmt die Umgebungshelligkeit ab, passt das Auge seine Lichtempfindlichkeit an. Diesen Prozess nennt man Dunkeladaption. Die Pupillen erweitern sich, um mehr Licht aufnehmen zu können. Das Zapfensehen nimmt ab, das Stäbchensehen zu. Die Folge: Man sieht nachts weniger scharf und erkennt Farben schlechter als bei Tageslicht. Das ist ganz normal. Erkennt man jedoch fast nichts mehr, kann zusätzlich eine Störung des Dämmerungssehens und Nachtsehens vorliegen. Dies können sein:

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Echte Nachtblindheit

Betroffene mit echter Nachtblindheit sehen nachts deutlich schlechter oder sogar gar nichts mehr. Ihre Augen passen sich nicht richtig an die schlechteren Lichtverhältnisse an. Der Grund: Die Sinneszellen für Hell-Dunkel-und Dämmerungssehen, die Stäbchen, sind geschädigt und arbeiten nicht mehr. Ursache sind häufig Augenerkrankungen, siehe Abschnitt „Ursachen“. Die echte Nachtblindheit ist im Gegensatz zu anderen Sehproblemen im Dunkeln eher selten.

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Nachtkurzsichtigkeit

Jeder Vierte in Deutschland leidet unter Nachtkurzsichtigkeit (Dämmerungsmyopie). Dabei wird das Auge im Dunkeln leicht kurzsichtig oder eine bereits vorliegende Kurzsichtigkeit nimmt noch zu. Wie es dazu kommt? Die Pupille ist nachts erweitert. Daher gelangen mehr Randstrahlen des gebündelten Lichts in das Auge. Sie werden stärker gebrochen und in einem der Linse näher liegenden Punkt fokussiert als mittig einfallende Lichtstrahlen. Die Folge: ein leicht unscharf wirkendes Bild. Eine Brille kann dieses Problem leicht korrigieren.

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Linsentrübung

Schuld an Sehproblemen in Dämmerung und Nacht kann auch eine eingetrübte Augenlinse sein. Mit zunehmenden Alter trüben sich unsere Linsen häufig ein. Ein Grauer Star (Katarakt) entsteht. Durch die Trübung bildet sich um Lichtquellen ein Nebelschleier, Scheinwerferlicht von Autos wird gestreut und blendet stark. Diese Sehstörung kann der Augenarzt durch eine Operation beseitigen: Dabei wird die eingetrübte Augenlinse durch eine Kunstlinse ersetzt.

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Verengte Pupillen

Zudem kann es im Alter vorkommen, dass sich die Pupillen altersbedingt nicht mehr richtig weiten (Miosis). Dann gelangt in der Dunkelheit zu wenig Licht in die Augen und man erkennt die Umgebung nur schlecht. Eine Pupillenverengung kann manchmal auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten.

Typische Symptome von Nachtblindheit

Auf diese Anzeichen sollten Sie achten, die auf eine Nachtblindheit oder eine andere Sehstörung hinweisen können:

  • Im Gegensatz zu früher sieht man im Dunkeln deutlich schlechter.
  • Die Augen gewöhnen sich sehr langsam oder gar nicht an Dunkelheit.
  • Verringerte Sehschärfe, Umrisse erkennt man nur verschwommen.
  • Eingeschränktes Gesichtsfeld
  • Augenzittern
  • Hohe Blendempfindlichkeit
  • Man fühlt sich schlimmstenfalls wie „blind“ und sieht tatsächlich nichts mehr.

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bei sich bemerken, sollten Sie Ihre Augen unbedingt von einem Augenarzt oder Optiker überprüfen lassen. Besonders im Straßenverkehr können Sehstörungen wie Nachtblindheit schnell gefährlich werden.

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Ursachen von echter Nachtblindheit

Eine echte Nachtblindheit kann angeboren oder erworben sein und verschiedene Ursachen haben. Sie alle zerstören nach und nach die Sinneszellen der Netzhaut. Dadurch verschlechtert sich die Fähigkeit, im Dunkeln zu sehen, zunehmend. Die wichtigsten Ursachen und Risikofaktoren sind:

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Genetisch bedingte Erkrankungen

Verschiedene, meist sehr seltene angeborene Netzhauterkrankungen können eine Nachtblindheit verursachen, zum Beispiel die sogenannte Retinopathia pigmentosa. Bei dieser erblich bedingten Netzhauterkrankung werden die Stäbchenzellen und später auch die Zapfenzellen aufgrund eines Gendefekts zerstört. Das Sehen verschlechtert sich immer weiter bis zur Erblindung. Typisch für die Retinopathia pigmentosa ist, dass sich in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter zunächst das Dämmerungssehen und Nachtsehen verschlechtert.

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Vitamin-A-Mangel

Damit die Stäbchenzellen der Netzhaut richtig arbeiten können, benötigen sie das Sehpigment Rhodopsin. Der Körper bildet es mithilfe von Vitamin A. Bei einem chronischen Vitamin-A-Mangel kann nicht genug Rhodopsin aufgebaut werden und es kommt zur Nachtblindheit. In den westlichen Industrieländern ist ein Vitamin-A-Mangel dank ausgewogener Ernährung sehr selten. Dennoch kann etwa durch Magen-Darm-Erkrankungen, Essstörungen oder Leberleiden ein Vitaminmangel entstehen.

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Erkrankungen wie Diabetes

Nachtblindheit kann auch als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen auftreten, etwa von Schilddrüsenproblemen oder der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus. Bei ihr werden häufig die Sehzellen angegriffen und es kommt zu langfristigen Netzhautschäden (diabetische Retinopathie). Diabetiker sollten daher regelmäßig Check-ups beim Augenarzt wahrnehmen. Mehr über die Auswirkungen von Diabetes auf die Augen lesen Sie hier.

Nachtblindheit testen lassen

Wer das Gefühl hat, im Dunkeln schlecht zu sehen, sollte zum Augenarzt gehen. Er schließt erbliche Ursachen für eine Nachtblindheit aus und misst Sehschärfe, Gesichtsfeld und das Farbsehen der Augen. Zudem prüft der Arzt die Anpassungsgeschwindigkeit der Augen an Dunkelheit (Dunkeladaption), die Blendempfindlichkeit und die Reaktion auf Lichtreize. Mithilfe der Resultate kann er eine Diagnose stellen oder weitere Untersuchungen anordnen.

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Was tun bei Nachtblindheit?

Löst ein Vitamin-A-Mangel die Nachtblindheit aus, etwa durch bestimmte Erkrankungen oder Mangelernährung, kann man die Sehstörung durch Einnahme des Vitamins leicht beheben und die Ursache des Vitaminmangels behandeln. Für andere Formen der Nachtblindheit gibt es bisher keine ausgereiften Therapien. Im frühen Stadium und bei sonstigen Störungen des Dämmerungs-und Nachtsehen können Brillen mit speziellen Tönungen das Sehen angenehmer machen.

Wie kann eine Brille bei Sehproblemen im Dunkeln helfen?

Besonders beim Autofahren, im Straßenverkehr ist scharfes, uneingeschränktes Sehen unerlässlich. Wer in der Dämmerung und nachts damit Probleme hat, kann in einigen Fällen von einer Brille und speziellen Glasoptionen profitieren.

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NightVision-Gläser

Normale Brillengläser sind für das Sehen am Tag optimiert. Abbildungsfehler der Augen im Dunkeln, etwa Halos um Lichtquellen, können sie nicht beheben. NightVision-Gläser schon: Sie sind für die Bedingungen bei schlechtem Licht optimiert. Auch bei schlechtem Licht sieht man mit ihnen scharf, kontrastreich und fühlt sich besonders im Straßenverkehr sicherer.

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Gläser mit Blaufilter oder Filtertönung

Eine Brille mit Blaufilter (Lotus-Kontrast) oder leicht eingefärbten Gläsern reduziert die Blaulichtanteile und das Streulicht in der Nacht, steigert den Kontrast und sorgt für weniger Blendung. Lassen Sie sich bei getönten Gläsern aber vom Optiker zur Verkehrs-und Nachtfahrtauglichkeit beraten.

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Spezielle Entspiegelungen

Moderne, bläuliche Scheinwerfer blenden oft. Was hilft? Eine Entspiegelung der Brille mit orangem Restreflex: Sie vermeidet Blendungen durch Autos, insbesondere wenn sie hinter einem fahren. Das blaue Licht wird nicht ins Auge reflektiert. Entspiegelungen mit blauem Restreflex wiederum reflektieren das blaue Licht entgegenkommender Autos, man wird ebenfalls weniger geblendet. Wer nachts häufig mit dem Auto unterwegs ist, profitiert auch von einer Brille mit speziellem Autofahrerglas.

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Brille mit anderen Stärken

Menschen mit Nachtkurzsichtigkeit kann eine Brille bzw. Zweitbrille mit (höherer) Brillenglasstärke ganz einfach helfen. Sie gleicht die nachts entstehende Kurzsichtigkeit aus. Die Zerstreuungskreise auf der Netzhaut werden reduziert. Die Lichtquellen sieht man wieder punktförmig, die Abbildung wird scharf.

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